Stiftung Siebenbürgische Bibliothek, Schloss Horneck, 74831 Gundelsheim am Neckar, info@stiftung-siebenbuergische-bibliothek.de 06269 / 42150

Die Covid-19-Pandemie und ihre Auswirkungen auf die Stiftung Siebenbürgische Bibliothek und das Siebenbürgen-Institut mit Bibliothek und Archiv auf Schloss Horneck

Der Ausbruch der Covid-19-Pandemie hat das wirtschaftliche, das soziale und das kulturelle Leben überall stark belastet und eingeschränkt. Ständig wird von schwerster Krise gesprochen und dass die angeordneten Sicherheitsmaßnahmen den Wohlstand bedrohen und der Jugend die Ausbildungs- und Entwicklungschancen rauben. Eltern würden es nicht mehr aushalten, längere Zeit mit Ihren Kindern zusammenzuleben, berichten die Medien. Es stimmt, die Pandemie beeinträchtigt unser Leben in beträchtlichem Maß auf allen Gebieten und viele werden einen Wohlstandsverlust erleiden. Für die meisten wird die Betonung auf Wohlstand zu legen sein, der sich um einige Prozente verringert, die wenigsten aber werden in lebensbedrohliche Not geraten. Am wenigsten werden aller Voraussicht nach Beamte, Angestellte im öffentlichen Dienst und Rentner betroffen sein. Besonders schlimm wird es diejenigen treffen, die ihren Arbeitsplatz verlieren. Ist es aber wirklich so schlimm, wenn z. B. einige Kinder ein Schuljahr wiederholen müssen? Wird dadurch ihre Zukunft gefährdet? Droht uns eine Hungersnot? Müssen unbedingt jährlich dreißig Millionen Deutsche einen Urlaub im Ausland verbringen? Die Antwort auf alle diese Fragen ist „nein“. Deswegen ist Panikmache fehl am Platz. Diese Sicht auf die aktuelle Lage werden vor allem die haben, die kurz nach Ende des 2. Weltkriegs aufgewachsen sind.

Blickt man auf diese Jahre zurück, die unseren Kindern und vor allem unseren Enkelkindern gottlob erspart geblieben sind, können einen die in den Medien kolportierten Folgen der Pandemie nicht wirklich erschrecken. Womit musste man damals zurechtkommen? Eltern tot, in Gefangenschaft oder deportiert, enteignet. Schreckliche Wohnverhältnisse. Kein Arbeitslosengeld, Sozialhilfe und Kindergeld. Schulklassen mit über vierzig Schülern im wöchentlichem Schichtbetrieb. Viele unserer Landsleute haben noch viel Schlimmeres erlebt. Und trotzdem haben es die meisten geschafft, sich beruflich auszubilden und sich den Umständen entsprechend zu etablieren. Der Schlüssel zum Erfolg war der gemeinschaftliche Zusammenhalt und die gegenseitige Hilfsbereitschaft. Diese beiden Eigenschaften werden uns auch jetzt helfen die aktuelle Lage gut zu überstehen. Das muss man auch den Jüngeren klarmachen, um ihre Angst in Zuversicht zu verwandeln.

Wie wirkt sich die Pandemie auf die Stiftung und ihr Förderobjekt aus? Die Zuwendungen (Spenden) sind in den ersten drei Monaten dieses Jahres um 10 {e25132bb96d3f6cc77bda74f587796e8651223f2a37093e9fde1e13a4eed3355} geringer als im Vorjahr und um 35 {e25132bb96d3f6cc77bda74f587796e8651223f2a37093e9fde1e13a4eed3355} geringer als im Jahr 2018. Wie sich das Spendenaufkommen im Laufe des Jahres entwickeln wird, bleibt abzuwarten. Die Erträge sinken bestimmt. Viele Firmen werden die Dividenden streichen oder zumindest kürzen. Einige Banken beschlossen bereits, keine Divide auszuschütten. Die geringeren Erträge der Stiftung in der Zukunft können demnach nur durch weitere Spenden aus unserer Gemeinschaft kompensiert werden. 

Wie allseits bekannt, wird Schloss Horneck als Siebenbürgisches Kulturzentrum und Begegnungsstätte im Juli dieses Jahres offiziell eröffnet. Damit das Kulturzentrum ein Erfolg wird, muss es intensiv genutzt werden. Das betrifft nicht nur die für Veranstaltungen und Übernachtungen bereitgestellten Räume, sondern auch die im Schloss untergebrachten Kultureinrichtungen Siebenbürgisches Museum e.V. und Siebenbürgen-Institut an der Universität Heidelberg mit Bibliothek und Archiv. Beide Institutionen müssen einwandfrei funktionieren und ausgestattet sein, aber auch, wie alle anderen Veranstalter und Schlafgäste, Miet- und Nebenkosten an den Träger des Schlosses zahlen. Diese Zahlungen müssen notgedrungen so bemessen sein, dass die Instandhaltungs-, Versicherungs-, Personal- und Kommunalkosten sowie eine Reserve für unvorhergesehene Fälle abgedeckt werden. Wie wir alle aus persönlicher Erfahrung wissen, steigen diese Kosten stetig. Das heißt, dass auch das Förderobjekt der Stiftung, das Siebenbürgen-Institut, abgesehen von Beträgen für Projekte und den Erwerb von wichtigen Dokumenten, ständig größere Förderbeträge benötigt.

Nun ist die Stiftung leider immer noch nicht in der Lage, alle anfallenden Kosten des Instituts abzudecken. Der Träger des Siebenbürgen-Instituts, muss ständig noch andere Geldquellen finden, um den Betrieb des Instituts, das seine Dienstleistungen unentgeltlich anbietet, aufrechtzuerhalten. Um die Funktionsfähigkeit des Siebenbürgen-Instituts und vor allem die Entlohnung des dafür nötigen Personals dauerhaft abzusichern, ist die Stiftung noch für längere Zeit auf die Unterstützung durch die ganze siebenbürgisch-sächsische Gemeinschaft angewiesen. Die Betonung liegt hier auf „ganze“, weil auch Institut, Bibliothek und Archiv für alle da ist und zusätzlich noch für die Wissenschaft im Allgemeinen. 

Wie für die Bewältigung der Pandemie, sind Gemeinschaftssinn und Hilfsbereitschaft auch die besten Mittel für die finanzielle Absicherung des Siebenbürgen-Instituts!

Hatto Scheiner

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