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Die Stiftung Siebenbürgische Bibliothek in Zeiten der Null-Zins-Politik – Bericht 2017

Die aktuelle Geld- und Finanzpolitik erschwert die Arbeit aller Stiftungen sehr stark. Der gegen Null gehenden Zinsen wegen sinken die Erträge der Stiftungsvermögen erheblich. Stiftungen dürfen nur die Erträge für Förderungen benutzen. Das Vermögen muss erhalten bleiben. Niedrigere Erträge führen automatisch zu weniger Förderung. Die Stiftung Siebenbürgische Bibliothek ist von dieser Lage besonders stark betroffen, weil sie nicht hie und da einzelne Projekte fördert, sondern sich das große Ziel gesetzt hat, die Existenz und die Funktion des für die Siebenbürger Sachsen in Deutschland so wichtigen Siebenbürgen-Instituts mit Siebenbürgischer Bibliothek und Archiv in Gundelsheim auf Dauer abzusichern. Dafür wäre ein Förderbetrag von rund 200.000 Euro nötig, beziehungsweise ein Vermögen, das diesen Betrag erwirtschaften kann. Dieses Ziel vor Augen, wirbt die Stiftung seit jeher um Zuwendungen in ihren Kapitalstock (Vermögen).

Dank Ihres Engagements, verehrte Spender, entwickelte sich das Stiftungsvermögen von ursprünglich 50.000 auf 2.800.000 Euro Ende 2016. Zu diesem Zeitpunkt betrug die Summe aller Zuwendungen 2.600.000 Euro. Das Vermögen übertraf also, trotz weltweiter Finanzkrise und Eurokrise in der Zwischenzeit, die von Ihnen erhaltenen Geldbeträge. Wegen des wachsenden Vermögens und der anfangs günstigen Anlagemöglichkeiten stieg auch der jährliche Förderbetrag an das Siebenbürgen-Institut mit Bibliothek und Archiv von 9.000 Euro im Jahr 2000 auf 97.000 Euro im Jahr 2016.

Ab diesem Jahr ist die Stiftung gezwungen, den Förderbetrag drastisch auf 70.000 Euro zu kürzen. Die niedrigeren Erträge in den folgenden Jahren erfordern es, einen Teil der Erträge zu reinvestieren, um dadurch das Vermögen zu vergrößern und zu versuchen, den Förderbetrag von 70.000 Euro auch weiterhin bereitstellen zu können. Um 2018 und 2019 den gleichen Förderbetrag bereitzustellen, müssten in diesem Jahr ca. 140.000 und im nächsten Jahr ca. 210.000 Euro zusätzlich investiert werden. In diesem Jahr bestehen noch Hoffnungen, dass das gelingen kann. Die Stiftung erhielt in diesem Jahr bisher rund 30.500 Euro. Dazu kommen rund 28.000 von den Erträgen. Was in den letzten beiden Monaten geschieht, werden wir sehen. Ob die nötige Kapitalerhöhung auch im nächsten und den Folgejahren möglich sein wird, hängt vor allem von den Zuwendungen ab.

Einer drohenden Entlassung von Personal in den für uns alle wichtigen Kultureinrichtungen, Institut, Bibliothek und Archiv, sollten wir ernsthaft und schnell entgegenwirken. Darum appellieren wir inständig und dringend an alle Siebenbürger Sachsen und an alle anderen, die einen Bezug zu Siebenbürgen haben, uns durch Zuwendungen, vor allem aber auch durch die Ermunterung von Familienmitgliedern, Freunden und Bekannten, sich ihnen anzuschließen, die Arbeit der Stiftung zu unterstützen. Je mehr Menschen sich beteiligen, desto schneller wird die Stiftung in der Lage sein, den Betrieb dieser Institutionen auf Dauer zu sichern. Die EZB wird ihre Nullzinspolitik so schnell nicht ändern. Uns hilft nur das Wachstum des Stiftungsvermögens.

Hatto Scheiner, 10. 11. 2017

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